Vorwort zum Literaturkalender „Klassiker der belarussischen Literatur“
Verehrte Freunde der schöngeistigen Literatur,
unser erster zweisprachiger Literaturkalender entstand auf der Grundlage des Projekts „Literarisches Café“ des Instituts für Deutschlandstudien (Minsk). Das Projekt strebt die gegenseitige Präsentation der Literaturlandschaften an – der belarussisch- und der deutschsprachigen, gegenwärtig wie historisch. Seit knapp zwei Jahren lädt das Café regelmäßig in den Raum ein, wo Menschen und Sprachen zusammenkommen.
Wie sehr wir es uns auch wünschten, die Gleichberechtigung und die Gleichstellung der beiden Literaturen im Bewusstsein der Leser sowie der Autoren feststellen zu können, etwas hindert uns doch daran. Es ist nämlich der Grad der Bekanntheit, der insbesondere in Fragen der Literaturgeschichte ganz ungleich ist: fast jeder Belarusse kann etwa wenigstens einen Klassiker der deutschen Literatur nennen – wenn man aber Deutsche nach belarussischen Klassikern fragt…
Dieser Kalender ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Überwindung dieser „Unausgeglichenheit“.
Durch das Jahr 2009 werden Sie von den Namen und Gesichtern begleitet, die die belarussische Geistesgeschichte geformt haben, die von der politischen Geschichte dieses Landes geprägt wurden – fast jeder Lebenslauf trägt ein Zeichen seiner Zeit.
Unter den Texten auf den Kalenderseiten finden sich sowohl solche, die einen Symbolwert haben, als auch die, die nicht weit bekannt wurden. Wir haben uns bewusst an eine solche Vielfalt gehalten, weil sich dadurch jeder Monat vom anderen unterscheidet: das programmatische Gedicht „Wer drängt sich im Lauf?“ von Kupala, die rührende und zurückhaltende „Beichte“ von Henijusch, die von den spaßigen Reimen Witkas abgelöst werden, die wiederum den mutwilligen Anekdoten Baradulins Platz machen…
Falls Sie Interesse an diesem Kalender haben, können Sie per E-Mail info@cfis-ifd.de oder per Telefon +375-17-272 20 92 noch Exemplare bestellen.